Café Kitchenette

Neue-alte Kitchenette

Schon lange ist das Kitchenette in Sendling Pilgerort für mich – den Death by chocolate hole ich mir regelmäßig. Doch jetzt gab es einen Besitzerwechsel – lohnt der Besuch im Kitchentte immer noch?

 

Aber zurück auf Anfang: Wir nähern uns dem kleinen seitlichen Platz am Harras, hier sind bei gutem Wetter viele, bei schlechtem Wetter wenige Tische zu entdecken, die zum Kitchenette gehören. So kann man, je nach Jahreszeit und Wetter, einen Sonnen- oder Schattenplatz ergattern – im Winter kommen zumindest Raucher auf ihre Kosten. Das meiste sind 2er Tische, es gibt aber auch 4er.

Sonnenplätze im Kitchenette

Klein und fein

Drinnen ist es, wie gewohnt, klein und fein – und nahezu unverändert. Gut, an der einen Ecke prangen jetzt Promis im Goldrahmen (sie werden uns später noch begegnen), und es gibt kein Kleinkram-Gedöhns mehr zu kaufen. Aber, die Kuchen finden sich noch an der gleichen Stelle, die Möbel, die Kissen ja selbst die Zuckerdöschen sind gleich geblieben.

Verschwunden ist zum einen das Schild, dass die Kinderwägen vor die Tür bittet. Und, selbstredend, auch die Besitzerin, mit deren direkter Art ja so mancher Gast in der Vergangenheit Probleme hatte.

Auffallend sind auch die vielen „Reserviert“-Schilder, die uns von allen Tischen anstarren. Zum Glück haben wir wieder den Frühaufsteher-Bonus, und so ist es um kurz nach halb neun auch kein Problem, sich an einen Tisch zu setzen, der erst ab 11 Uhr gebuchte Gäste hat.

Insgesamt werkeln vier Leute im Küchen- und Thekenbereich – das ist reichlich Personal für den kleinen Gastraum. Wobei unsere Bedienung heute ihren ersten Tag hat. Dank der guten Akustik kann man allerdings schnell bestätigen, dass sie brav und genau alle Anweisungen ausführt, die ihr aufgetragen werden.

Innenraum im Kitchenette

Frühstück à la Promi

Zeit für den Detailblick – der entdeckt vor allem in der Kitchenette-Karte Neues. Das Logo der Karte ziert jetzt eine blonde Küchenfee mit dicker Torte in der Hand. Auch der Thekenchef bestätigt, dass man sich vor allem bei der Zusammenstellung der Speisen erneuert habe – und einer der neuen Besitzer sei außerdem jetzt echte Konditorin, was sich auch in den Kuchen niederschlage (das wird noch zu testen sein!).

Die Frühstücke tragen jetzt die Namen Prominenter. Es ist ein Sean Connery (Rührei mit Speck, Brot, süßes Teilchen) für 6,40 Euro oder Emma Watson (Hausgemachte Scones mit echter Clotted Cream & Marmelade) für 4,90 Euro zu haben. Auch der altbekannte „Eggcoddler“ steht noch auf der Liste.

Neben den festgezurrten Varianten gibt es auch einen großen à la Carte-Frühstücksbereich. Hier gibt es zum Beispiel Brezen (80 Cent), Brotkorb mit Aufschnitt (5,90 Euro), Pain au chocolate (klein 1 Euro), Lachs mit Meerrettich (4,80 Euro) oder Variationen von zweierlei hausgemachten Frischkäsen (3,80 Euro). Das Haferl Kaffee schlägt mit 3,30 Euro zu Buche. Toll: Kein Problem ist der coffeinfreie („bleifrei“) Milchkaffee mit laktosefreier Milch (3,30 Euro). Und schmecken tut der!

Einmal Sean Connery bitte!

Sean-Connery

Wir bestellen uns Sean Connery an den Tisch, zusammen mit einem Brotkorb mit Aufschnitt (bitte keinen Käse) und Marmelade. Zügig wird alles angeliefert. Der Brotkorb ist irgendwie ganz schön klein, mehr so Müslischüssel mit einer Brotmenge, die einer Semmel entspricht, die in Scheibchen geschnitten wurde. Es ist aber kein Problem, noch einmal einen zweiten zu ordern. Auch der Aufschnitt ist frisch, das Rührei lecker.

Alleine – wenn ich die alten mit den neuen Frühstücksfotos vergleiche, muss ich gestehen, dass ich es vor dem Besitzerwechsel irgendwie… schöner angerichtet fand. Das mag zum einen an dem kleinen Paket Fertigbutter vs. gewellte Butterlocken in der Glasschale liegen, oder an der Papierspitze, die es früher unter das süße Teilchen geschafft hätte. Aber jemand, der das nicht kannte, vermisst wahrscheinlich gar nichts.

Fazit: Kann man immer noch gut hingehen

Also, das Essen hat uns sehr gut geschmeckt. (Wer sich übrigens fragt, was denn nun ein Eggcoddler ist, Auflösung gibt’s in der Bildergalerie). Insgesamt wird der gelegentliche Kitchenette-Besucher gar keine so großen Änderungen zu spüren bekommen.

Und der Kuchen?

Ja, der Kuchen. Nach wie vor lässt sich ein Death by chocolate erstehen, gleich daneben lockt eine Himmelstorte, und was äpfliges. Wir nehmen uns noch zwei Stück mit nach Hause, für je 3,30 Euro. Der Apfelkuchen kann geschmacklich auch voll überzeugen und ist in wenigen Happen wegverputzt. Der Schokoladenkuchen schmeckt eigentlich so ähnlich wie das russische Brot, diese Kekse. Damit ist er mir leider n Ticken zu süß – aber wer das mag, wird auch hier auf seine Kosten kommen.

Good to know:

  • laktosefreie Milch
  • koffeinfreier Kaffee
  • am Wochenende wird um Reservierungen gebeten
  • Öffnungszeiten: Mo-Di, Do-Fr: 8:30 bis 18 Uhr; Sa-So, Feiertags: 8:30 bis 17 Uhr; Mittwoch Ruhetag
  • Die neuen Besitzer haben noch ein zweites Café: www.cafe111.de

 

Name: Café Kitchenette
Adresse: Plinganserstr. 38a
81369 München
Tel.: 089 7474 6299

www.kitchenette-muenchen.com
getestet am: 10.01.2016

Autor: Luise

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One thought on “Café Kitchenette

  1. Das alte Kitchenette hatte einen besonderen Flair, der ist durch den Besitzerwechsel leider verloren gegangen. Die Scones sind trocken und mit einem halben Teelöffel clotted Cream, bei Nachfrage wird einem erklärt, dass die eben teuer sei. Jetzt ist es leider 08/15 und zumindest das Frühstück ist spärlich und zu teuer.
    Wir haben früher gerne die längere Anfahrt in Kauf genommen, das ist es jetzt nicht mehr wert.

    Ach ja, alte Gutscheine des Vorbesitzers werden nicht mehr akzeptiert.

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